Säule B: Sorten

Aeschenplatz 16

Auf der Erde sind rund 250’000 Pflanzensorten bekannt, einige Quellen sprechen auch von bis zu 400’000. Etwa 30’000 davon gelten als essbar. Drei davon stellen wir hier näher vor:

Kartoffel (Solanum tuberosum)

Die Kartoffel stammt aus den Anden in Südamerika und ist dort seit über 8000 Jahren eine wichtige Nutzpflanze. Noch heute kommen in Südamerika Wildformen vor. Erst im 16. Jahrhundert wurde die Kartoffel nach Spanien, England und Irland gebracht.

Die Kartoffel ist ein Nachtschattengewächs, das mit der Tomate, der Aubergine und auch mit der giftigen Tollkirsche verwandt ist. Weltweit gibt es etwa 5000 verschiedene Kartoffelsorten, allein fast 4000 davon in der andinen Region.

In Mitteleuropa werden die Wurzelknollen wegen Frostgefahr erst zwischen April und Mai «gesteckt». Im Herbst, nachdem das Laub der Kartoffelpflanze abgestorben ist, werden die Kartoffeln geerntet.

Weltweite Produktion

Ca. 370 Millionen Tonnen

Verwendung

Nutzung als Nahrungsmittel oder als Futterpflanze sowie zur Fabrikation von Stärke, Klebstoffen, Dickungsmitteln und Alkohol. Kartoffelknollen und die krautigen Pflanzenteile sind ungeniessbar bzw. giftig.

Weichweizen (Triticum Aestivum)

Als erste Weichweizenarten gelten Einkorn und Emmer. Diese wurden bereits vor etwa 9500 Jahren im vorderen Orient angebaut. Kamut, Dinkel und Hartweizen entstanden erst später. Ab dem 11. Jahrhundert, als Weissbrot beliebter wurde, setzten sich Vorläufer des heutigen Weichweizens durch. Alle Weizenarten sind eng mit Roggen, Hafer, Mais und Hirse verwandt.

Aus der Weizenfamilie wird heute vor allem Weichweizen angebaut, da er im Vergleich zu den ursprünglichen Sorten mehr Ertrag abwirft. Im Biolandbau legt man Wert auf widerstandsfähigere Sorten wie Dinkel und Hartweizen.

Weltweite Produktion

ca. 790 Millionen Tonnen

Verwendung

Weichweizen wird für Brot und andere Backwaren, seltener auch als Futtermittel verwendet. Weichweizen dient ausserdem zur Malz- und Stärkegewinnung.

Gartenbohne (Phaseolus Vulgaris)

Die Bohne stammt aus Mittel- und Südamerika und wurde dort schon vor etwa 8000 Jahren als eine der wichtigsten Nutzpflanzen gezüchtet und angebaut. Erst seit dem 17. Jahrhundert wird sie in Europa angebaut.

Bohnen sind kälteempfindlich und sollten deshalb nicht vor Mai gesteckt werden. Die Vegetationsdauer liegt zwischen 80 und 120 Tagen. Buschbohnen werden aus Stangenbohnen gezüchtet und reifen schneller.

In den Herkunftsländern wie etwa Mexiko wird die Bohne häufig in einer Mischkultur mit Mais und Kürbis angebaut (Milpa). Die Bohnen liefern dann den nötigen Stickstoff für die anderen Pflanzen.

Stangenbohnen sind wegen der Reduzierung der Sortenvielfalt heute stark gefährdet. Gefragt sind daher Gärtner*innen, die sich der Saatgutgewinnung und dem Anbau widmen.

Weltweite Produktion

ca. 27 Millionen Tonnen

Verwendung

Bohnen werden entweder gekocht als ganze Frucht gegessen oder es werden nur ihre ausgereiften Samen verarbeitet und verspeist. Ungekocht sind grüne Bohnen giftig.